Kontrollzonen
#1
Dr. Wolfgang Schober
Fachgruppe Technik und Recht
 
Kontrollzonen – Flugverbot ?
 
In Österreich gibt es 6 zivile Flughäfen (Wien, Linz, Salzburg, Innsbruck, Graz und Klagenfurt) und 2 militärische Flughäfen (Zeltweg und Langenlebarn). Um diese Flughäfen sind sogenannte Kontrollzonen errichtet worden die den Flugverkehr bei Start und Landung schützen sollen.
Dazu der Verordnungstext aus den Luftverkehrsregeln 2014 §18
(5) Der Betrieb von Flugmodellen innerhalb von Kontrollzonen ist verboten. Ausgenommen davon ist der Betrieb von Flugmodellen innerhalb von Modellflugplätzen, die zum Zeitpunkt der Festlegung einer Kontrollzone bereits bestanden haben…………
 (7) Die Bestimmungen ………….gelten für den Betrieb von Flugmodellen, unbemannten Luftfahrzeugen der Klasse 1 (z.B. Copter mit Kamera) ………….. innerhalb von militärischen Nahkontrollbezirken, militärischen Kontrollzonen und militärischen Flugplatzverkehrszonen mit der Maßgabe, dass dieser nur mit Zustimmung der örtlich zuständigen Militärflugleitung zulässig ist.
 
Der Verordnungstext sagt also aus, dass in den Kontrollzonen der zivilen Flughäfen der Modellflug generell verboten ist. Hier ist auch der Betrieb eines Anfängerflugmodells auf der grünen Wiese hinterm Haus untersagt.  Die einzige Ausnahme sind Modellflugplätze die vor 2014 in der Kontrollzone schon bestanden haben. Auf diesen darf der Modellflug weiter betrieben werden bis zu einer maximalen Flughöhe von derzeit 150m (Bestandsschutz). Die Austro Control wird sich hüten eine generelle Flughöhenüberschreitung in Kontrollzonen zu genehmigen, da das ja eindeutig der Verordnung widersprechen würde.
 
Neben den beiden militärischen Kontrollzonen in Zeltweg und Langenlebarn gibt es auch noch in Aigen im Ennstal und Wr. Neustadt so genannte militärische Flugplatzverkehrszonen. In diesen Gebieten ist der Betrieb von Flugmodellen ebenfalls untersagt, außer wenn das von der Militärflugleitung explizit genehmigt wurde.
 
Soweit die derzeitige gesetzliche Regelung die seit 2014 in dieser Form existiert. Die Fachgruppe Technik und Recht arbeitet nun daran, das Modellflugverbot in den Kontrollzonen ein wenig aufzuweichen. Sollte das gelingen, wird an dieser Stelle darüber berichtet werden.
 
Die einzelnen Kontrollzonen haben völlig unterschiedliche Ausdehnungen. Als Beispiel sei hier die Kontrollzone Innsbruck angeführt, die sich entlang des Inntales  eine große Strecke hinzieht (siehe auch Abbildung). Wie kann man nun als „Normalverbraucher“ unter den Modellfliegern feststellen, ob mein Startplatz in einer Kontrollzone liegt ? Mit einer Abbildung wie sie hier abgedruckt ist wird das kaum möglich sein, da der Maßstab einfach zu groß ist und eine Möglichkeit zum Zoomen fehlt.  Es wird deshalb ein Versuch gestartet die Kontrollzonen unseren Mitgliedern ein wenig näher zu bringen :

1)   Die wahrscheinlich beste aber umständlichste Lösung:
     Man schaut in den Luftfahrtkarten nach. Es müssten eigentlich alle Vereine von ihrem Bundesland eine Luftfahrtkarte von der Sektion Modellflug über ihren Landessektionsleiter
     bekommen haben. Diese „Rogersdata“-Karte im Maßstab 1 : 200.000 zeigt die Kontrollzonen rot eingefärbt. Auch alle bei der Austro Control gemeldeten Modellflugplätze sind
     eingezeichnet (violetter Ring mit RC). Hier kann man leicht einen beliebigen Standort finden und damit feststellen, ob der Modellflug dort erlaubt ist.
2)   Eine nicht ganz so perfekte Lösung:
     Dieser Beitrag mit allen Kontrollzonen (6 zivile und 2 militärische) steht auf unserer Infoplattform. Dort kommt man leicht hin, wenn man über prop.at ins Internet einsteigt und weiter 
     scrollt bis zu Technik und Recht. Nachteil ist aber,  dass durch Zoomen das Bild zwar größer wird, die Auflösung aber nicht verbessert wird.
3)   Die perfekte Lösung:
     Ist man mit dem PC per Du, so kann man auf der Homepage der Austro Control alle Flugräume und Kontrollzone herunterladen und sie in google earth implementieren. Durch die
     Zoom-Funktion kann man seinen Standort exakt feststellen und sieht sofort ob Modellflug möglich ist.
4)   Eine weitere Lösung für Handy-Besitzer:
     Hat man ein internetfähiges Handy so kann man sich von der ÖAMTC-Homepage die Drohnen-App gratis herunter laden. Gibt man dort seinen Standort innerhalb Österreichs ein, 
     so erscheint sogleich die erlaubte Flughöhe und ob man dort mit Modellflugzeugen fliegen darf oder nur mit Spielzeugen (Abfluggewicht < 250g, und max. 30m). Ist letzteres der
     Fall, so befindet man sich in einer Kontrollzone.


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